Donnerstag, 23. April 2015

Keep Calm and enjoy life!

Tage, Wochen und Monate fliegen gerade so an mir vorbei, und ich kann es immer noch nicht glauben wie wenig Zeit mir hier in Mexiko bleibt!
Ich sass in letzter Zeit so oft vor dem Computer und hab stundenlang den Bildschirm angestarrt, ohne wirklich zu wissen was ich schreiben soll. Zu lange ist der letzte Blog Post schon wieder her. Seit der letzten Reise im Februar hab ich nicht mehr von mir hören lassen. Also wo soll ich nur anfangen?

Unter der Woche bin ich fast immer beschäftigt. Bis um 15:00 sitze ich jeden Tag in der Schule, versuch meine Zeit mit Tagebuch schreiben oder sonst irgendwelchen unnötigen Sachen zu überbrücken. Schule ist hier ziemlich langweilig,alles nur Frontalunterricht, erst recht, wenn einem seine Noten nicht wirklich zu interessieren brauchen.
Nach der Schule habe ich jeden Tag Basketball Training. Nicht, dass das jemals meine Lieblingssportart werden sollte, sondern einfach nur um sich ein bisschen zu bewegen (ungewollte aber unvermeidliche Nebenwirkung eines Austauschjahrs: Gewichtzunahme :O) , raus zu kommen und Freunde zu treffen.

Dafür sind die Wochenenden um so spannender. Seit der Winter (wenn man das in Mexiko überhaupt so bezeichnen kann) vorbei ist, hat die Saison der Quinceañeras, also 15. Geburtstage wieder angefangen. Sonst bin ich oft in Monterrey bei Hanna, in den USA zum Einkaufen oder sonst irgendwie mit meiner Gastfamilie unterwegs.



WELCOME TO TEXAS!
Der ganze Marsch bestand entweder aus solchen bunten und riesigen Wägen, typisch ueberdimensionalen Ami- Autos oder irgendwelchen Guarden von Schulen oder der Armee
Diese Mal sind wir außer zum Einkaufen auch fuer einen Desfile, also eine Parade in die USA gefahren, bei der auch meine Gastschwester mitgelaufen ist.

Die Schule von Paola mit Escolta y Banda de Guerra

Eine Woche später war der 15. Geburtstag von einer von Paolas Freundinnen. Die Quinceañeras werden hier ja riiiiesig gefeuert und da Mexiko ziemlich religiös ist, hat das Ganze erstmal mit einem Gottesdienst angefangen.

Der noch leere Saal, in dem später die Feier stattfand
La Quinceañera con sus Damas, also das Geburtstagskind mit ihren besten Freunden
Ein Wochenende später (ihr seht schon, ich komm ziemlich gut rum :D) sind wir dann auf einer Hochzeit eingeladen worden. Auch wenn es generell mehr oder weniger die gleiche Zeremonie wie in Deutschland ist, sind mexikanische Hochzeiten doch ganz anders. Es ist viel formeller, würde ich sagen, was man schon an den langen Kleider erkennen kann (ich liiiiebe sie sooo) und es wird einfach die gaaaanze Zeit zu spanischer Musik getanzt.
Das Brautpaar in der Kirche
Ich, meine Mama, Oma, Paola und mein Opa
Paola, meine Mama und ich
Ende März haben dann auch endlich meine Osterferien angefangen. die erste Woche haben wir genutzt um ein bisschen was von Coahuila, also meinem Staat, zu sehen, während ich danach 2 Wochen mit Freunden in den Süden von Mexiko geflogen bin (dazu kommt aber noch ein extra Post, das sind sonst zu viele Bilder).

Für ein Wochenende sind wir noch weiter in den Norden nach Cuatrociénegas gefahren, was in der mexikanischen Wüste liegt. Wenn ihr jetzt an sowas wie die Sahara gedacht habt, liegt ihr ziemlich falsch. Es ist zwar extrem heiß und der Boden ist total trocken und außer einigen hartnäckigen Büschen und Kakteen wächst dort nicht viel, aber der Sand fehlt dann doch noch .Das besondere an der Gegen ist allerdings, dass also mitten im Nichts ein Fluss durch die Landschaft fließt und man hier und dort ein paar Seen findet, die in den schönsten Farben leuchten. Dort haben wir uns zusammen mit Hannas Gastfamilie eine kleine Hütte gemietet und uns ein paar schöne Tage gemacht


"La poza azul" = Die blaue Pfütze :D

Mit meiner kleinen Schwester Luciana


Hanna und ich mit unseren Geschwistern
Alle zusammen, meine und Hannas Familie
Auf dem Pick-up durch die Wüste

Mitten im Nirgendwo hat sich die Landschaft auf einmal komplett geändert und schon von Weitem konnte man weiße Kalkdünen sehen. Und da war er also plötzlich doch, der Wüstensand, wenn auch nur ein klein bisschen.
Das Ganze sah so einzigartig aus *-*

Auf der Suche nach einem anderen See sind wir vergeblich über 2 Stunden durch die pure Pampa gefahren, ohne letztendlich was zu finden. Es war trotzdem soooo unendlich geil, da wir das Quad dabei hatten sind Hanna und ich mit dem vorneraus und die Autos hinterher gefahren. Das muss sich mal jemand vorstellen: Mit dem Quad bei 30°C (im März) in der Wüste Mexikos dem Sonnenuntergang entgegen fahren, einmalig! (Leider kann ich davon keine Fotos mehr finden, ich könnte mich köpfen dafür!). Zum Schluss war natürlich der Tank leer und so haben wir erstmal bei der nächsten Tankstelle für neues Benzin angehalten (für umgerechnet weniger als 1Euro), das war vielleicht ein Erlebnis! *-*

An dem Fluss konnte man auch baden gehen, was wir natürlich voll ausgenutzt haben *-*

Mit dem Schlauchboot im glasklaren Wasser

Abends, als die Sonne schon unterging
 Ein anderer Tag sind wir zu den Thermen von San Joaquin gefahren, wo man in Schwimmbecken unter der Erde schwimmen gehen konnte. Das Wasser war ziemlich heiß und hat nicht nur nach faulen Eiern, bzw. nach Schwefel gerochen, sondern soll anscheinend auch heilende Kräfte haben.
Es gab mehrere Becken, jedes mit einer anderen Temperatur


Hanna, Alonso, Paola, Paulina (Hannas Schwester), Hannas Mama und ich 
 Ein Tag ging es dann nochmal mit ein paar Freunden in die Sierra, also in die Berge. Dort haben wir Zelte aufgebaut, gegrillt, es gab ein Lagerfeuer usw. und es war einfach sooo schön.

Ich, Paola, Angela, Larisa, Regina und Natalia.

Larisa und ich auf einer alten Seilbahn, wir haben einfach sooo viel Blödsinn gemacht
Ganz viele Liebe Gruesse aus Mexiko, hoffe der nächste Post lässt dieses Mal nicht all zu lange auf sich warten.  Los quiero mucho!



Dienstag, 24. Februar 2015

Ruta Huasteca

Ich bin gerade draußen alleine in Gang unserer Schule, meine ganze Klasse sitzt an ihrem Deutsch Examen, das ich innerhalb von 10 Minuten wieder ausgefüllt abgegeben habe, und habe also etwas freie Zeit. Und diese Zeit sollte ich unbedingt mal nutzen um alles wieder auf den neuesten Stand zu bringen.
Ich hab zwar immer noch nicht alle Bilder und es fehlen erst recht die ganzen Videos, aber wer weiß wann ich die bekomme und es hat sich auch jetzt schon einiges angesammelt.(Allerdings sind die meisten Bilder, die in diesem Post vorkommen, von anderen Austauschschülern und nicht von mir!)

In der ersten Februar Woche ging es mit allen anderen Austauschschülern hier in Mexiko auf die Ruta Huasteca. Dazu hieß es Samstag Mittag für uns aus dem Norden ab zum Flughafen. Nach 1 1/2 Stunden in der Luft mit einer hammer Aussicht über die Berge und ziemlich viel Blödsinn sind wir in Mexiko Stadt gelandet. 
Am Flughafen in Monterrey mit Hanna, Emmi (aus Finnland), Dina (aus Dänemark) und ich

Mir war davor irgendwie nie klar wie viele Berge Mexiko doch hat :D
Ciudad de Mexico mit Hausern so weit das Auge reicht und eingenebelt in Smog von den ganzen Abgasen
In Mexico City angekommen mit Hanna, Johannes, ich, Dina und Jona
Dort haben wir noch eine Nacht bei Max, einem anderen deutschen Austauschschüler, verbracht und uns einen schönen Abend gemacht.
Auf dem Weg zu Max nach Hause in dem teuersten Taxi in dem ich wohl bis jetzt saß :O
Bei Max zuhause

Der Tag danach.....
Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück zum Flughafen, wo wir auch endlich alle anderen getroffen haben. Von dort sind wir direkt zum Centro historico de la Ciudad de Mexico (also dem historischem Stadtzentrum) gefahren, wo wir einige Zeit hatten um alles auf eigene Faust zu erkundigen.


Am nächsten Tag sind wir zuerst in den Bosque de Chapultepec. Das ist ein riesiger Park in Mitten dessen el Castillo de Chapultepec (ein grosses Schloss) steht. Außerdem gibt es ganz viele kleine Stände, die typisch mexikanische Sachen verkaufen, ein großer See und noch so viel mehr zu sehen. Leider war die Zeit viel zu kurz und wir mussten ziemlich hetzen um alles zu erreichen, was wir sehen wollten, aber es war trotzdem wunderschön.







im Hintergrund ist das Schloss Chapultepec zu sehen



Als nächstes sind wir auf einen Mercado de Tamales, wo es neben Tamales (das ist das, was es auf den Posadas vor Weihnachten immer gab) auch noch gaaanz viele andere Sachen gab. So haben wir uns dann durch Plátanos Fritos (Frittierte Bananen [Gott, hört sich das scheiße an auf Deutsch!]), Churros und ganz viele andere Leckereien probiert, von denen ich leider nicht mal mehr den Namen weiß.... :$

in einem typischen mexikanischen Mercado, wo man so ziemlich alles findet was man sucht
eine Frau, die ihre von Hand gemachten Sachen verkauft

An dem selben Abend hatten wir nachts Zeit für uns und so sind wir durch Neugier durch einen offen gelassenen Hintereingang auf das Hoteldach gelangt. Und was uns da oben erwartet hat war einfach nur unglaublich. Von dem 10ten Stock aus konnte man die Hochhaeuser Mexico Citys sehen und darum herum so weit das Auge reicht, waren die endlosen Lichter der größten Metropole der Welt.
LA forever

Am nächsten Morgen hieß es nach einer Nacht mit so gut wie gar keinem Schlaf morgens früh um 5 aufstehen, Koffer packen und ab in den Bus. Nächster Halt: Zona Arqueologica de Teotihuacán. Hört sich wahrscheinlich auf den ersten Blick ziemlich chinesisch an, aber ich bin mir sicher jeder von euch hat irgendwo irgendwann schon mal ein Bild von der dritt grössten Pyramide er Welt gesehen! Richtig: die Sonnenpyramide. Und glaubt mir eins, in echt ist so noch so so viel größer und die Treppenstufen noch so so viel steiler und höher, als ihr es euch vorstellen könnt! Dementsprechend fertig waren wir auch als wir endlich oben angekommen sind, aber der Ausblick war einfach unfassbar:
La pirámide de la luna- Die Mondpyramide


Irgendwie haben es sich ganze viele Austauschschueler zur Aufgabe gemacht, von jedem Ort, an dem sie waren, als Erinnerung ein Tequila Glas mitzubringen. Naja... und was soll ich sagen? Ich habe mich jetzt auch schon damit anstecken lassen und dabei darf Teotihuacán natuerlich auf keinen Fall fehlen :)
Danach ging es wieder weiter mit dem Bus und zwar sind wir den ganzen lieben langen Tag Richtung Norden gefahren, bis wir nachts um 22 Uhr endlich in der Huasteca Potosina angekommen sind, wo wir die naechsten Tage verbracht haben. Das liegt in den Bergen des Bundesstaats San Luis Potosí. Es ist umgeben von fast schon tropischen Waelde, wo es das ganze Jahr eigentlich nie wirklich kalt wird. 


Die Huetten in denen wir geschlafen haben
Hier wurde gerade so eine neue Huette gebaut
der Fluss an dem die Hütten lagen *-*


Mittwoch stand dann Rafting auf dem Plan. Nach kurzer Einführung und Aufwärmen gings in 6er Booten ab ins Wasser. Der Fluss war türkis blau und die meiste Zeit waren wir in einer meterhohen Schlucht was einfach so unglaublich aussah. Das Ganze hat übelst viel Spaß gemacht auch wenn wir alle nach nur wenigen Minuten schon komplett nass waren. Und fast alle sind auch mindestens einmal an besonders starken strömungen ins wasser gefallen. Auch wenn das schon ein kleiner Schockmoment war finde ich, dass das auch dazu gehört und man es auf jeden Fall mal erlebt haben muss! 

Der Grund warum wir alle nach kuerzester Zeit total nass waren :) haha, aber ein bisschen Spass muss sein! :D 


An einer Stelle konnten wir von einer 9m hohen Klippe springen.... 

... und zum Schluss noch baden gehen *-*


Unser Boot
Zum Schluss, als der Fluss wieder breite wurde, haben wir sogar ein 1m langes Krokodile und mehrere Schildkröten gesehen *-* 
Ziemlich erschöpft sind wir anschließend auf einem Lastwagen hintendrauf zu unserem Bus, der im Schlamm steckengeblieben ist und uns deshalb nicht abholen konnte, was sooo lustig war und mit dem weiter zu den Hütten zurück gefahren was. 

An unserem letzten Tag sind wir nochmal den Fluss etwas entlang gefahren, bis wir zu einer Stelle mit ganz vielen Wasserfällen gekommen sind. Und von denen konnten wir dann runter springen was soooo unglaublich Spaß gemacht hat. Die Wasserfälle waren alle zwischen 1 und 8m hoch und auch wenn es am Anfang etwas Überwindung gekostet hat war es einfach ein soo unglaubliches und unbeschreibliches Gefühl!

Isabelle (aus Schweden) und ich




Später ging es dann noch zu einer anderen Stelle des Flusses wo wir uns von Felsen abseilen und später Baden gehen konnten.
An dem Felsen haben wir uns abgeseilt


WELCOME TO PARADISE!!



Zum Schluss sind wir nochmal auf einen Felsen zwischen den grossen Wasserfaellen geklettert
Entlang der Strasse waren über all riesige Zuckerrohr Felder angebaut
Die letzte gemeinsame Nacht haben wir wieder am Lagerfeuer verbraucht, es gab Musik und es wurde ziemlich viele getanzt.
Lagerfeuer mit Marshmellows zum Abschluss... was gibt es besseres? *-*

Freitag morgen ging es dann auch leider schon wieder nachhause. Die meisten sind noch alle zusammen mit dem Bus zurück nach Mexiko City und von dort aus dann weiter in ihre Städte gefahren. Nur wir aus Saltillo und Monterrey sind direkt hoch in den Norden.

Die Reise war auf jeden Fall eine meiner schönsten, wenn nicht sogar die beste Woche die ich hier in Mexiko gehabt habe. Es war so schön alle anderen Austauschschüler wieder zusehen und nebenbei so ein unglaubliches Gefühl wie man mit Leichtigkeit von Deutsch nach Spanisch und dann wieder zu Englisch wechselt und dich trotzdem jeder versteht. Ich habe einen so schönen Teil von Mexiko kennengelernt, der so komplett anders ist als der Norden und mal wieder wurde mir gezeigt was Mexiko für ein wunderschönes Land ist ♡ 
Mittlerweile haben wir schon die 200 Tage Grenze überschritten, in 150 Tagen gehts wieder heim, aber diese Zeit will ich auf jeden Fall nochmal so gut wie möglich nutzen. Vielleicht gehen wir im April für ein paar Tage in den Süden und dort andere Austauschschüler besuchen und im Mai steht dann die letzte große Reise nach Cancún an Strand an. Die weiß ich aber noch nicht ob ich sie machen kann, weil das extrem teuer ist, also steht jetzt dann wohl erstmal Sparen an!

Ganz viele Liebe Grüße aus dem sonnigen Mexiko
ANNIKA